Kaufvertrag rückgängig machen: Widerruf, Anfechtung und Rücktritt erklärt

Haben Sie etwas gekauft und möchten den Kauf rückgängig machen? Je nach Situation stehen Ihnen verschiedene rechtliche Wege offen – Widerruf, Anfechtung oder Rücktritt. Wir erklären die Unterschiede.

Von: anwaltwelt.de Redaktion

<h2>Drei Wege aus einem Kaufvertrag</h2><p>Das deutsche Recht kennt verschiedene Möglichkeiten, sich von einem Kaufvertrag zu lösen. Welcher Weg der richtige ist, hängt vom Einzelfall ab.</p><h2>1. Widerruf (bei Fernabsatz- und Haustürgeschäften)</h2><p>Beim Online-Kauf oder Haustürgeschäft haben Verbraucher ein gesetzliches Widerrufsrecht von <strong>14 Tagen</strong>. Dafür brauchen Sie keinen Grund anzugeben. Hat der Händler nicht ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht informiert, verlängert sich die Frist auf <strong>12 Monate und 14 Tage</strong>.</p><h2>2. Anfechtung wegen Irrtum oder Täuschung</h2><p>Sie können einen Vertrag anfechten, wenn Sie sich über einen wesentlichen Vertragsinhalt geirrt haben (Inhaltsirrtum) oder wenn Sie arglistig getäuscht wurden. Die Anfechtung macht den Vertrag rückwirkend nichtig – beide Seiten müssen das Erhaltene zurückgeben.</p><h2>3. Rücktritt wegen Mangel oder Nicht-Lieferung</h2><p>Ist die Ware mangelhaft, können Sie zunächst Nacherfüllung (Reparatur oder Ersatz) verlangen. Schlägt diese fehl oder wird sie verweigert, dürfen Sie vom Vertrag zurücktreten und den Kaufpreis zurückfordern.</p><h2>Was gilt beim Gebrauchtwagenkauf?</h2><p>Beim privaten Gebrauchtwagenkauf wird die Gewährleistung oft ausgeschlossen – das ist bei Privatverkäufen zulässig, nicht aber bei Händlerverkäufen. Wurde arglistig ein Mangel verschwiegen, hilft der Haftungsausschluss dem Verkäufer nicht.</p>

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